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Cäcilia nahm musikalisch Abschied vom “Vereinslokal”

Seit 1956 war das Vereinslokal „Cäcilia“ der Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens in Oudler. Insofern war es nicht verwunderlich, dass sich am Samstagabend zahlreiche Besucher zum letzten Jahreskonzert des Musikvereins an alter Wirkungsstätte einfanden.Zu seinem letzten Konzert im alten Vereinslokal „Cäcilia“ konnte der gleichnamige Musikverein aus Oudler unter der Leitung von Julian Pauels zahlreiche Besucher an seiner jahzehntelangen Wirkungsstätte willkommen heißen.

<p>Zu seinem letzten Konzert im alten Vereinslokal „Cäcilia“ konnte der gleichnamige Musikverein aus Oudler unter der Leitung von Julian Pauels zahlreiche Besucher an seiner jahzehntelangen Wirkungsstätte willkommen heißen.</p>
<p>Mit einem abwechslungsreichen Programm sorgte der MV Oudler für einen unterhaltsamen Abend.</p>

Zugleich ist natürlich die Vorfreude auf den baldigen Umzug in den neuen Dorfsaal groß, der gerade neben dem Fußballgelände „Auf der Ley“ entsteht. Als Reverenz an das Vereinslokal ließen die Musiker um Dirigent Julian Pauels 95 Jahre Vereinsgeschichte Revue passieren. „Nach der Einstufung im vergangenen Jahr haben wir beschlossen, vergessene Schätze aus unserem Notenschrank auszugraben und diese neu für das Jahreskonzert vorzubereiten“, erklärte Julian Pauels. 

„Vergessene Werke“ kamen beim Publikum sehr gut an.

Ein Projekt, das im Nachhinein bei den Musikern selbst aber auch bei den Zuhörern großen Anklang fand. Eröffnet wurde der Konzertreigen mit der Konzertsuite „The Awakening“ von Bert Appermont. Hierbei handelte es sich um einen gefühlvollen Auszug des flämischen Freiluftmusicals „Die Saat des Satans“, das den Hexenwahn zum Thema hatte. Der MV Oudler nimmt bereits seit Jahren erfolgreich in der 1. Kategorie an den Einstufungswettbewerben des Musikverbandes Födekam Ostbelgien teil, so dass auch in diesem Zusammenhang eine Retrospektive eingeplant wurde. „Ratafia“ von Willy Fransen war das Pflichtwerk bei der Einstufung im Jahre 2015, mit dem Julian Pauels den Zuschauern ein „musikalisches Prosit“ zurief. 

Es folgte das dreiteilige Konzertwerk „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan, das eindrucksvoll Stilelemente des Barock mit denen des Pop und des Jazz in Einklang brachte. Neben diesen „Schätzchen aus dem Notenschaaf“ studierte der MV Oudler aber auch neue Kompositionen für das Jahreskonzert ein. Mit „Dramatic Tales“ von Markus Götz offerierte das Orchester eine fast zehnminütige Klangkomposition, die die Mystik des „Todten Moos“ mit all seinen Sagen und Sagengestalten zum Thema hatte, bevor mit dem „Stockholm Waterfestival“ von Luigi di Ghisallo einen ersten Abstecher nach Schweden machte. Die sinfonische Rock- ouvertüre entführte das Publikum zu den markantesten Sehenswürdigkeiten Stockholms, angefangen mit den zahlreichen Springbrunnen über die Wachablösung am Palast bis hin zum versunkenen Wasa-Schiff.

Nach einer kurzen Verschnaufpause setzten die Cäcilia-Musiker ihr abwechslungsreiches Konzertprogramm mit dem Militärmarsch „Semper Fidelis“ von John Philipp Sousa in perfekter Art und Weise fort. Der zweite Konzertteil war nach dem konzertanten Auftakt eher der Unterhaltungsmusik vorbehalten. Der groovige Latin-Pop-Hit „Havanna“ von Camila Cabello animierte die Zuschauer zum Mitschnippen, bevor die „Musik ohne Film“ in Form des Jacob-de-Haan-Klassikers „La Storia“ eine Reverenz an die „Spaghetti-Western“ und den Komponisten Ennio Morricone lieferte. Es folgte mit Abba-Gold des Arrangeurs Ron Sebregts ein Medley der legendären schwedischen Pop-Giganten der 1970er Jahre. „Dancing Queen“, „Mamma Mia“, „Fernando“ und „The Winner takes it all“ verwandelte den alten Dorfsaal in einen wahren Disco-Tempel, bevor mit „Cheap Thrills“ von Sia der Pop-Moderne gedacht wurde. Der britische Brass-Klassiker „The Floral Dance“ von Katie Moss, bestens bekannt aus dem Kult-Film „Brassed off!“ läutete schließlich das Konzertfinale, das traditionsgemäß volkstümlich gestaltet wurde, ein. Die Parade-Polka „Slavonicka“ der „Egerländer Musikanten“ traf den Nerv der Zuschauer, sodass die Musiker von Julian Pauels erst nach den Zugaben „Feuert los! Blaze Away“ von Abraham Holzmann und der Tondovi-Polka von Miloslav Prochazka und seiner legendären Kapelle Mistříňanka unter Ovationen von der Bühne entlassen wurden.

Im neuen Dorfsaal neuen musikalischen Elan entfachen.

Präsident Manfred Duprez dankte seinen Musikern und vor allem seinem Dirigenten Julian Pauels für ihren Einsatz und durfte gleichsam mit Lindsay Rosengarten (Klarinette) und seiner Gattin Mäggy Duprez (Bass) zwei neue Gesichter vorstellen, die ihre Feuertaufe mit Bravour schafften. „Eine Ära geht hier im Vereinslokal zu Ende und eine neue wird beginnen. Mit Wehmut nehmen wir heute Abschied von unserem Saal, der für die meisten von uns zu einem Stück unseres Lebens wurde. Jetzt heißt es nach vorne zu blicken und im neuen Saal auch neuen Elan für unseren Musikverein zu entfachen.“

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