Das Tempelkloster wurde durch namhafte Historiker mehrmals erwähnt. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine Art Kloster oder sogar römisches Gut. Die Außenmauern wurden von den Historikern Bormann und Hintzen bereits Ende des 19. Jahrhunderts begutachtet. So wurde damals ein Teil einer Außentür mit diversen Scharnieren genau beschrieben. Die Fundamente sind im Erdreich verschwunden, so dass nur Ausgrabungen Genaueres ans Tageslicht bringen könnten.

Der Deivelspetz ist der legendäre Brunnenschacht dieses Tempelklosters. Aufgrund der Lage muss dieser Brunnen ziemlich tief gewesen sein, um Grundwasser zu scheffeln. Die Bewohner versenkten hier aus Angst vor Plünderung die schwere Klosterglocke. Noch heute – so berichtet der Volksmund – kann man bei Unwettern und Gefahr im Anzug die Glocke läuten hören. Die Tiefe erklärt auch den Ursprung des Namens: so tief kann doch eigentlich nur der Teufel hausen!

In den Zeiten der Französischen Revolution hatten es die Geistlichen aller Orten sehr schwer. Messen durften nur im stillen Kämmerlein abgehalten werden, während der Pfarrer den Eid auf die Republik schwören musste. Zwischen der Kapelle, die im Jahre 1705 vom damaligen Bischof Clemens feierlich eröffnet wurde, und der Postmeisterstation im Hause Marquet wurde daraufhin ein so genannter Geheimgang gegraben. So konnte der Pfarrer die Messfeier in der Kapelle zelebrieren und unerkannt beim Anmarsch der französischen Besatzer durch den Tunnel verschwinden. Dieser Tunnel wurde durch die Straßenbaumaßnahmen in den 60er Jahren zerstört. Die Eingänge sind aber noch heute in den beiden Häusern erkennbar.

Nach diesen schlechten und vor allem unsicheren Zeiten des Mittelalters beginnt mit der Industriellen Revolution und dem Beginn der Neuzeit auch eine bessere Zeit für Oudler und seine Bevölkerung. Vor allem der wirtschaftliche Aufschwung macht sich bemerkbar und die Einwohner kommen allmählich in den Genuss eines leichten Wohlstandes.

Auch der Zweite Weltkrieg ging nicht spurlos an Oudler vorbei. So beklagte man zahlreiche Zivilopfer und die Zerstörungen von Gebäuden, vor allem die der Brücke am Born.

Die damalige Dorfbevölkerung verdingte sich vornehmlich in kleinen privaten häuslichen Landwirtschaften; hinzu kamen sage und schreibe zwei dorfeigene Molkereien, Sägereibetriebe, sowie eine Korn- und eine Öl- und Schneidemühle.

In Oudler kam es während der beiden Weltkriege darüber hinaus zu einem Molkereistreit; das Dorf zeigte sich bei der Milchabgabe unentschlossen, so dass das „weiße Gold der Bauern“ in zwei Molkereien weiterverarbeitet werden musste.

In diesem Zusammenhang ist vor allem der Bau der Eisenbahnstrecke Ulflingen–Sankt Vith–Gerolstein zu erwähnen. Der Bahnhof in Oudler war einer der Hauptumschlagplätze für Baumaterialien, Tierfutter und dergleichen in der Eifel.

Um die Jahrhundertwende galt Oudler aufgrund seiner idealen zentralen Lage auch als wichtigste Poststation der Gegend. In Oudler liefen viele Fäden zusammen, so dass die Postmeisterei im Hause Marquet auch einen entsprechenden Ruf genoss.