Der Junggesellenverein Oudler wurde offiziell 1982 gegründet. Doch schon über hundert Jahre zuvor kümmerten sich Junggesellen in Oudler um die Brauchtumspflege und das interne dörfliche Kulturleben.

Erster Präsident wurde der bereits verstorbene Werner Lentzen, der jedoch  nach kurzer Zeit abdanken musste und so das Feld für Reinhold Fank räumte. Als Vereinswappen und Maskottchen wurde damals der Löwe ausgesucht, der auch heute noch dem Verein vorsteht. Um zu finanziellen Mitteln zu gelangen und um die Ziele, und auch Wünsche der Vereinsmitglieder zu erfüllen, organisierten die „Greenhorns“ erstmals größere Feste, wie zum Beispiel der so genannte „Gründungsball“ in der Depothalle von Walter Reinertz. Neben der Präsens bei Dorffeiern und auch der intensiven Brauchtumspflege erwies sich der JGV als „Mädchen für alles“, wenn im Dorfkern wieder „Not am Manne“ war. Präsident Reinhold Fank folgten Harald Bantz, Kurt Bous, Manfred Duprez, Gert Greven und Gerd Hennen.

Aktiv in vielen Bereichen

In den 1990er Jahren erwies sich der JGV Oudler als eine der Triebfedern der Müllsammelaktion in der Gemeinde.  Die Reuli-Aktion wurde u.a. durch den Vorstand unseres JGV zusammen mit dem JGV Auel-Steffeshauesen und Aldringen in Kooperation mit der Gemeinde und der DG organisiert. Dabei wurden die Straßenränder und Flüsschen (Kajak-Aktion auf der Our) der jeweiligen Dörfer vom Müll befreit. Auch zeichnete sich der JGV durch diverse Teilnahmen an Aktivitäten im Ausland aus: sei es nun Fußballturniere in Koblenz oder aber Rundballenrennen in Rommersheim, der JGV Oudler vertrat überall erfolgreich die Vereinsfarben und machte durch die Kollegialität und die interne Geschlossenheit auf sich aufmerksam. Im Dorf selbst ist der JGV eher bescheiden und still. Als Mitgarant und Gestalter der Kappensitzung und des Karnevals in Oudler konnten in der Vergangenheit bereits wunderschöne Motivwagen geschaffen werden. Auch ist es mittlerweile Tradition, dass der Karnevalsprinz aus den Reihen des JGV stammt. Weitere Brauchtümer, für die sich der JGV einsetzt, sind: das Burgbrennen, der Maikranz, die Maienacht, das Kirmesbaumaufrichten und das Krugschlagen.  In den vergangenen Jahren finanzierte der JGV zudem einige Dorfprojekte, wie beispielsweise die Totenkapelle oder aber die Schulchronik im Jahre 1996.

Humpenball – Tradition seit 27 Jahren

Der erste Humpenball wurde 1989 organisiert, als man ein Angebot preisgünstiger Porzellan-Humpen aus der damaligen CSSR erhielt. „Hochwertiges Porzellan mit Handmalerei zu einem Preis von nur einem Dollar!“. Da griffen die pfiffigen Junggesellen natürlich zu und planten ein ausgiebiges Biergelage, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen von Bayrischen Oktoberfesten her kannte. Umso enttäuschter waren sie, als das Geschäft mit den CSSR-Geschäftsleuten plötzlich platzte. Da man sich bei den 20 geladenen Junggesellenvereinen natürlich nicht blamieren wollte, musste kurzerhand ein neuer Bierseidelhersteller gefunden werden, der auch fristgerecht liefern konnte. Das Fest wurde zu einem tollen Erfolg und die Humpen mit dem typischen alljährlich andersmotivigen Vereinslöwen fanden reißenden Absatz. Fortan wurde der „Humpenball“ am ersten Wochenende nach Ostern zum festen Bestandteil des regionalen JGV-Veranstaltungskalenders.

Die Steigerung erfuhr diese Veranstaltung, als man aus dem doch zu kleinen Vereinslokal in ein Festzelt umsiedelte. Hier war die Bierfeststimmung noch realer und besser. Auch versuchte der JGV stets für Programmhöhepunkte an den Humpenbällen zu sorgen: so gastierten bekannte Top-Gruppen wie die „Strandjungs“, „A.B.Joe“, „MayQUEEN“, „Frank Gallingale“, „Wallstreet“, „Atlantis“, „No Limit“ und „Crossing“. Heute sind im Durchschnitt 3500 Besucher an den beiden Humpenfesttagen in Oudler präsent.  Der Zeltplatz ist seit nunmehr 2012 oberhalb des „Kiireschenböschs“ angesiedelt.