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Der ursprüngliche Saal aus dem Jahre 1955; er umfasste lediglich den heutigen Thekenbereich des Dorfsaals.

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Der Saal platzte von Beginn an aus allen Nähten, so dass 1967 mit einem Anbau begonnen wurde.

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1967 wurde die Einweihung gefeiert.

Die Nachkriegsjahre wurden ebenfalls durch den Wunsch des lokalen Musikvereins nach einer eigenen Saalinfrastruktur geprägt.  Nach reiflicher Überlegung entschied sich der Vorstand  für den Ankauf einer Parzelle von Frau Witwe Hoffmann am Thommener Weg.  Um jedoch eine entsprechende Baugenehmigung zu erlangen, musste der Verein „staatlich anerkannt“ sein, eine Formalität, die die Gründerväter 1923 aus unerklärlichen Gründen versäumt hatten.

So wurde der Musikverein Cäcilia Oudler laut Eintrag in Staatsblatt vom 2. Oktober 1954 offiziell gegründet und als Kulturvereinigung eingetragen.  Willy Greven zeichnete den Bauplan und fast alle Vereinsmitglieder sowie zahlreiche Dorfbewohner opferten Stunden ihrer Freizeit um beim Bau des Vereinslokals mitzuhelfen. „Heutzutage gibt es Zuschüsse – damals hatten wir kein Geld, haben aber dennoch alles zu 100 % in Eigenleistung geschafft“, bemerkte der bereits verstorbene MV-Chronist Nikolaus Quetsch vor einigen Jahren.  Bereits im Juli 1955 wurde das Vereinslokal größtenteils fertig gestellt.  Die erste Nutzung des kleinen Probe- und Vereinslokals fand allerdings erst im Dezember desselben Jahres statt, als der Musikverein zu seinem ersten so genannten „Familienabend“ einlud.  Eine Tradition, die bis heute unter der Bezeichnung „Jahreskonzert“ weiterhin Bestand hat.

Am 15. April 1956 folgte schließlich die offizielle Einweihung.  Die Wirtschaftswunderjahre bescherten dem Musikverein und auch dem Vereinslokal einen wahren Boom.  Die stattliche Mitgliederzahl führte unweigerlich dazu, dass das Probelokal aus allen Nähten zu platzen drohte.  So beschlossen die Vereinsverantwortlichen 1967 die Erweiterung des im Jahre 1955 errichteten Saals.  Waren die Räumlichkeiten bei diversen Tanzveranstaltungen schon vorher arg begrenzt, so wurde dieser Zustand durch die Schließung des dorfeigenen privaten Tanzsaals Michel Kohnen noch verstärkt.

Unvergessen in diesem Zusammenhang sicherlich die Bühne der Musiker, die als „Op den Juck“ in die Analen einging. „Wir hingen mit unseren Instrumenten regelrecht unter der Decke und den Toilettengang überlegte man sich zwei Mal, musste man sich doch durch die Musikerkollegen und deren Instrumente hindurchzwängen um dann auf einer Leiter schließlich herunterzuklettern“, erinnerte sich Helmut Fux, der viele Bälle am Quetschbëgdel auf dem „Juck“ musikalisch begleitete.  So wurde das für die damaligen Verhältnisse ehrgeiziges Saalvergrößerungsprojekt initiiert.  Der Musikverein erwarb kurzerhand ein Nachbargelände und rief zu einer Dorfkollekte auf, die den stolzen Betrag von 40000 Franken einbrachte.  Ein zusätzliches Darlehen, das den Restbetrag finanziell abdeckte, gab den Startschuss zum Bau.  Zur Kirmes am 4. Juni 1967 wurde der neue Saal offiziell seiner Bestimmung übergeben.  Neben dem eigentlichen Saal mit nunmehr 350 möglichen Sitzplätzen wurden auch ein Weinkeller und eine üppige Bühne mit eingeplant.  Auch im Bereich der Sanitäranlagen galt das neue Vereinslokal als Schmuckstück der Gemeinde.

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Das neue Vereinslokal in den 1970er JahrenNatürlich bot die neue Infrastruktur ganz neue Festmöglichkeiten.

Im Laufe der Jahre wurde das Vereinslokal zum steten Mittelpunkt des gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens des Dorfes Oudler.  In den 1980er Jahren reifte der Wunsch nach einer größeren Infrastruktur.  Ziel war es damals, eine Mehrzweckhalle in direkter Anbindung zur geplanten Kantine der SG Rapid Oudler zu erbauen.  Trotz eines konkreten Bauplans durch Dr. Heinrich Palm wurde das Projekt aus unerklärlichen Gründen vonseiten der DG unter Ministerpräsident Joseph Maraite und seinem Berater Kurt Ortmann verworfen.

In den 1990er Jahren gab es weitere Projekte, die unter anderem vom damaligen Bürgermeister Peter Stellmann und der damaligen Mehrheit nicht ehrgeizig verfolgt wurden.

Ende des Jahrtausends läutete der MV Oudler, Besitzer des Vereinslokals, die Alarmglocken.  Wirtschaftlich war der Saal in Eigenleistung nicht mehr zu stemmen, so dass man die übrigen Dorfvereine um Unterstützung bat.  Der Musikverein fand in der KKG Grünweiß sowie im Junggesellenverein Partner, die die neue VoG. Dorfsaal Oudler gründeten, die fortan als Betreiber des Vereinslokals/Dorfsaals fungierten.

Die neue VoG. hatte zudem die Aufgabe, neue Perspektiven für den Dorfsaal, vor allem in Bezug auf einen Neubau zu sichten.  Pläne über die Schiene der „Ländlichen Entwicklung“ scheiterten ebenfalls an der Bereitschaft der politisch Verantwortlichen.  Ein Geländeankauf nahe des Fußballplatzes weckte 2007 die Hoffnung nach einer Realisierung einer Sport- und Mehrzweckhalle.  Doch auch dieses Projekt wurde von der Gemeinde nicht fortgeführt.

Der bauliche Zustand des Dorfsaals lässt zu wünschen übrig und es macht keinen Sinn, in die bestehende Infrastruktur mittels Renovierungsmaßnahmen zu investieren.  Aus diesem Grund hat sich die gesamte Dorfgemeinschaft für einen Neubau am bestehenden Standort ausgesprochen.  Eine Dorfversammlung an der über 150 interessierte Bürger teilnahm erteilte dem Verwaltungsrat des Dorfsaals ein entsprechendes Mandat.  Geprüft werden jetzt neben der Bezuschussungskriterien auch die finanzielle Machbarkeit, da die Gemeinde – anders wie in allen anderen Kommunen – nach wie vor eine finanzielle Beteiligung oder Unterstützung verwehrt.

Auf der Folgeseite stellen wir Ihnen das angedachte Projekt vor.