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corona

Am ersten Mai-Wochenende sollte die große Eröffnungsfeier des neuen Dorfsaals in Oudler stattfinden. „Schweren Herzens“ haben die Verantwortlichen die Feier nun wegen der Bestimmungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie abgesagt und auf ein noch nicht bestimmtes Datum im kommenden Jahr verschoben.

Von Petra Förster (GrenzEcho.net vom 22.04.2020)

Das Fest kann nachgeholt werden, keine Frage. Was aber viel schwerer wiegt: „Wir haben keine Einnahmen im Moment“, so Gerd Hennen, Schriftführer der VoG. Und „keine“ heißt in diesem Fall tatsächlich „keine“. 

Vorgesehen war, die Räumlichkeiten zu vermieten bzw. für Feierlichkeiten im Dorf beispielsweise die Kirmes, Familienfeste wie Hochzeiten, Kommunionen usw. zu nutzen. Doch dies alles findet im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen derzeit nicht statt. „Auch andere Vereinigungen stehen vor diesem Problem“, ist der VoG bewusst. Nur ist die Situation in Oudler eine andere, da dort die Kassen aufgrund des Bauprojektes leer sind und alle Rücklagen verwendet wurden. Nach jahrzehntelanger Planung hatte die VoG Ende 2018 grünes Licht für den Neubau neben der Fußballkantine.

Kappensitzungen Ende Januar waren so etwas wie der Probelauf

Als die Arbeiten im Frühjahr 2019 begannen, war es das erklärte Ziel, dass der Karnevalsprinz Anfang 2020 in den neuen Räumlichkeiten proklamiert werden soll. Mit einem gemeinsamen Kraftakt sollte die Dorfgemeinschaft dies auch schaffen und die Räumlichkeiten zumindest provisorisch so weit fertig haben, dass Sven I. Ende Januar dort proklamiert werden konnte. Nach dieser „Generalprobe“ gingen die Arbeiten weiter und wurden die Kinderkrankheiten, die bei dieser Premierenveranstaltung festgestellt wurden, behoben. „Alles war jetzt komplett fertig, wir sind betriebsbereit“, erklärte Gerd Hennen. Doch die Coronakrise sorgt nun dafür, dass die neue Infrastruktur nicht genutzt werden kann. 

Insgesamt 950.000 Euro wurden in den Bau investiert, 40 Prozent trägt die VoG Dorfsaal selbst, was einer Summe von 380.000 Euro entspricht. Hinzu kommt die große Eigenleistung der Dorfgemeinschaft in allen Arbeitsbereichen. Vor allen Dingen an den Wochenenden im Laufe des Jahres 2019 waren viele Bürger vor Ort, um in den verschiedensten Bereichen selbst Hand anzulegen. Der finanzielle Eigenanteil wurde durch Spenden und Submissionen seitens der Dorfbevölkerung sowie durch einen Hypothekenkredit in Höhe von 240.000 Euro gedeckt. Letzterer bereitet der VoG weniger Sorge, vielmehr sind es die laufenden Kosten des Saals, die auch bei Nichtnutzung gedeckt werden müssen. 

Vermietungen, sobald die Corona-Regeln dies ermöglichen

In Burg-Reuland ist es nicht üblich, dass die Gemeinde Infrastrukturprojekte finanziell unterstützt. 

Der Tilgungsplan macht eine regelmäßige Nutzung, auch durch auswärtige „Mieter“ zwingend notwendig. Dementsprechend ist auch die Einrichtung für eine multifunktionale Nutzung vorgesehen, beispielsweise zwei Sälen, die je nach Anlass separat genutzt werden können, einer flexiblen Bühne und einem ansprechenden Innenhof, der sich bei entsprechender Witterung für Empfänge anbietet.

Auch auf die Bedürfnisse der Vereinswelt, wie beispielsweise des lokalen Musikvereins, wurde bei der Ausstattung Rücksicht genommen. Wann nun die nächste Probe in den neuen Räumlichkeiten stattfindet, hängt von den Beschlüssen des Nationalen Sicherheitsrates ab. Um den Herbst nicht vollkommen mit Nachholterminen zu überladen und Terminkollisionen zu vermeiden, hat die VoG die Eröffnung schon einmal vorsorglich auf das kommende Jahr verschoben. So lange soll es selbstverständlich nicht dauern, bis die Räumlichkeiten genutzt werden. Sobald die Corona-Regeln dies zulassen, soll im neuen Dorfsaal gefeiert werden, sei es im kleinen oder im größeren Rahmen.

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