Doch der neue Pfarrer war nicht nur ein wahrer Baumeister und Architekt, sondern auch ein bekennender Vereinsmensch.  Parallel zur Schaffung einer eigenständigen Pfarre gründete Pastor Schoenemaekers zunächst den Kirchenchor „St.Cäcilia“ und wenige Wochen später dann den Musikverein „Cäcilia“. 

1931 Musikverein Fahnenweihe 2.6.1931

1931 Musikverein Fahnenweihe mit Pfarrer Gerard Schoenemaekers

Für den Geistlichen ging es im Prinzip nur darum in der Kirche entsprechend gute musikalische Begleitung der Messfeiern zu haben.  Da bereits ein Streichorchester bestand, lag die Idee zur Schaffung eines eigenständigen Musikvereins recht nahe.  Dennoch wurde die Idee von Hochwürden Schoenemaekers bei der Bevölkerung eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen, da eine Vereinsgründung unweigerlich auch mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten verbunden war.  Zu dieser Zeit galt die Dorfbevölkerung in den Altgemeinden Thommen und Burg-Reuland aufgrund ihrer eher ländlich-landwirtschaftlichen Ausrichtung als arm.  Vornehmlich verdingte man sich in den kleinen häuslichen Landwirtschaften, die meist nicht genug Geld abwarfen, um neben der Familie auch noch Freizeitaktivitäten und teuere Hobbys zu ermöglichen.  Man schätzte die Unkosten für die Anschaffung der benötigten Blasinstrumente auf ca. 11000 Franken – dieser Betrag stellte für die damalige Zeit ein kleines Vermögen dar, den die Dorfbewohner unmöglich aufbringen konnten.  Schließlich wurde der Pastor von den interessierten Musikern gefragt, wer denn diesen immensen Betrag aufbringen sollte.  Pastor Schoenemaekers zögerte nicht lange und rief kurzerhand „Icke, Icke!“ – ein Zitat, das wohl so in dieser Form als Gründungsbeschluss für den Musikverein Cäcilia Oudler in die Vereinsanalen einging.  Durch ständige Aufmunterung durch Pfarrer Schoenemaekers sowie durch dessen großzügige finanzielle Unterstützung gelang es dem nimmermüden Idealisten, Gleichgesinnte für sein Musikprojekt zu gewinnen, so dass der Musikverein bereits kurz nach seiner offiziellen Gründung zu einer musikalischen Säule im Dorfleben Oudlers wurde.

Das Geld für den Kirchenbau und den Ankauf von Musikinstrumenten „erbettelte“ Gerhard Schoenemaekers in seiner niederländischen Heimat.  So fußt die Musikkultur in Oudler auf niederländischen Wurzeln.