In den Anfangsjahren war die Euphorie zwar groß, doch die wirtschaftliche Lage in den Familien machte es für viele interessierte Musiker nicht möglich, sich aktiv dem neuen Verein anzuschließen.

Neben Pfarrer Schoenemaekers gelten als “Männer der ersten Stunde” die aus dem Tanzorchester bekannten Peter Meyer und Mathias Hoss.  Auch die Unterstützung durch Michel Kohnen, der als Kaufmann die fehlende Summe für die Anschaffung der benötigten Instrumente zinslos vorstreckte, kann als weiterer Anschub des Musikvereins bezeichnet werden.  Bei aller Euphorie mussten jedoch auch die Mitglieder in ihre eigene Tasche greifen und einen Teil der Unkosten tragen.  So wurde ein einmaliger Mitglieds-beitrag in Höhe von 100 Franken quasi als „Eintrittsgeld für Musiker“ entrichtet.

Für die meisten Musiker war das zu der damaligen Zeit ein stolzer Betrag, da er viele Opfer und Entbehrungen verlangte.  So kam es zwangsläufig auch dazu, dass viele Musikfreunde aus finanziellen Gründen überhaupt nicht in der Lage waren, dem Musikverein beizutreten.  So konnte beispielsweise von den „Fank-Burschen“ nur Peter mitproben, während Paul zum Zuhören verdammt war.  Diese Situation spitzte sich in den Familien oft gar zu Handgemengen zu; so gerieten sich Hanny Fank und Peter Treinen bezüglich des Thomas „Pro und Kontra Musikverein“ oftmals in die Haare.

Wenngleich die Belege hierfür leider fehlen, da sie während der Wirren des Zweiten Weltkriegs verschwanden, hat offenbar die eigentliche Gründungsversammlung des Musikvereins am 1. August 1923 im Lokal von Michel Kohnen stattgefunden.  Die verschiedenen Artikel und Paragrafen der Vereinsstatuten wurden anlässlich dieser Versammlung aufgesetzt, jedoch aus bislang unerklärlichen Gründen erst am 1. Januar 1924 vom gewählten geschäftsführenden Vorstand unterzeichnet.  Auch der damals bereits übliche Eintrag beim Einregistrierungsamt wurde aus unbekannten Gründen versäumt.  Aus dem Kreise dieser ersten Generalversammlung wurde Wirt Michel Kohnen zum ersten Präsidenten des Musikvereins Cäcilia bestimmt.  Der Briefträger Jakob Calles übernahm die Posten des Schriftführers und Kassierers in Doppelfunktion.  Als erste Amtshandlung dieses neuen Vorstandes wurde ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 3 Franken beschlossen, während jedes Mitglied pro Probe einen Franken zur Deckung der Dirigentenhonorare beisteuern musste.  Der neue Verein wurde in den Statuten offiziell als „Musikverein Cäcilia Oudler“ bezeichnet.  Merkwürdig in diesem Zusammenhang sicherlich das Weglassen der „Sankt“ vor dem Vereinspatron; wollte man sich vom fast zeitgleich gegründeten Kirchenchor „St. Cäcilia“ etwas abheben oder entschied die Generalversammlung, dass auch „weltliche Musikaktivitäten“ zum Aufgabenbereich des neuen Vereins gehören sollten?  All dies sind lediglich Spekulationen zu denen keine konkreten Antworten vorliegen.