Als Verkehrsknotenpunkt zwischen Preußen, dem Großherzogtum sowie dem belgischen Inland gewann Oudler zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung. Dies brachte auch für das Dorf einige Neuerungen und Veränderungen mit sich – so wurde aus der Vikarie in dieser Zeit eine eigenständige Pfarre und Oudler wurde langsam zum größten Dorf zwischen St.Vith und der luxemburgischen Grenze.

1930 Lustige Musikanten

1930 Lustige Musikanten

Die Eisenbahnlinie zwischen St.Vith und Luxemburg führte auch an Oudler vorbei, wo der dortige Bahnhof zu einem wichtigen wirtschaftlichen Umschlagsort wurde.   Aufgrund der wachsenden Bedeutung wuchs auch die Einwohnerzahl rapide, so dass die altehrwürdige Kapelle (in den heutigen Geschäftsräumen von Anja Kalpers-Fux) aus dem 17. Jahrhundert regelrecht aus all ihren Nähten zu platzen drohte.  Der findige und vor allem dynamische Pfarrer Gerhard Schoenemaekers war es schließlich, der nach dem Bau des Pfarrhauses durch Pastor Christmann im Jahre 1904 nun auch die Schaffung eines neuen Gotteshauses in Angriff nahm.  Als junger rühriger Rektor „klapperte“ der aus den Niederlanden stammende Geistliche alle Behörden ab, um schlussendlich die Erlaubnis für den Bau einer Kirche in Oudler zu erhalten.  Da die Bevölkerungszahl Oudlers die der Pfarrkirche Thommen deutlich überstieg, wurde dieser neue Kirchenbau sogar zur eigenständigen Pfarre erhoben und aus dem Rektor Gerhard Schoenemaekers wurde der Pfarrer von Oudler.  Der Bau wurde 1923 in Angriff genommen und nach nur zweijähriger Bauzeit fertiggestellt.