Aus dem Veranstaltungskalender vom 8 Februar 1925 wird ersichtlich, dass der Musikverein und seine Mitglieder bereits damals weder Mühen noch Strapazen scheuten, um sich allerorts musikalisch zu bewähren.  So nahmen die Musiker jährlich bis zu zwanzig Auftritte in den benachbarten Ortschaften wahr.  Selbst die Theaterauftritte des jährlichen Stiftungsfestes wurden in den benachbarten Ortschaften aufgeführt und fanden dort großen Anklang.  Gerade diese „Auslandsreisen“ bargen jedoch für die Mitglieder enorme Gefahren:  „Miller Pitter“ (Peter Schmitz) spannte seine Gäule vor den mit Maibäumchen und bunten Bändern geschmückten Leiterwagen, bevor die eingeschworene Mannschaft kurz darauf, gestärkt durch ein paar „Drëppchen“ frohen Mutes zu neuen Abenteuern aufbrach.  Bei einer dieser Ausfahrten nach Bracht fiel der geschätzte Dirigent Alff – offensichtlich ein besonders stiller Genießen eines guten „Drëppchens“ – hinterrücks vom Leiterwagen, so dass die geplante Theateraufführung beinahe ein jähes und trauriges Ende genommen hätte.  Bis auf einige blaue Flecken und einigen Kratzern blieb der Dirigent jedoch unversehrt und konnte den Taktstock wie geplant bedienen.

Auch wirtschaftlich kannte der Verein in diesen Anfangsjahren einen tollen Erfolg; so wurden die Anschaffungskosten für die Instrumente bereits nach nur zwei Jahren getilgt.  Dies sei auf die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung sowie auf die Emsigkeit und Strenge des Kassierers Calles zurückzuführen: Mitgliedskarten wurden ausgeteilt, Tombolas veranstaltet, Theaterabende und Konzerte wechselten einander auf dem Veranstaltungskalender in regelmäßiger Reihenfolge ab.

Hochwürden Schoenemaekers blieb dem Verein auch nach seiner Gründung als Planer und Triebfeder erhalten und treu.  So gelang es dem Geistlichen, seine Musikerkollegen davon zu überzeugen, dass ein ordentlicher Verein auch stets von einer eigenen Fahne angeführt werden müsse.  So wurde bereits 1929, knapp sechs Jahre nach der Gründung, eine Fahne in Auftrag gegeben.  Diese erste Vereinsfahne in Bordeauxrot und der Heiligen Cäcilia mit Harfe als gesticktes und aufgesetztes Motiv wurde vom luxemburgischen Schneider Kauffmann angefertigt und kostete damals den stolzen Betrag von 3000 Franken.  Die Weihe der Fahne feierten die Oudler Musikfreunde allerdings erst am 2. Juni 1931.  Hierbei handelte es sich um ein für die damaligen Verhältnisse Riesenfest, das die Ortschaft in der Größenordnung bis dato noch nicht gesehen hatte.  Als erster Fahnenträger wurde Paul Streicher rekrutiert, während Peter Meyer und Franz Calles ihm in den Anfangsjahren als Junker stets zur Seite standen.

In einem Artikel der „St.Vither Zeitung“ steht Folgendes geschrieben:

„27 Vereine geleiteten die neue Fahne durch das im Festschmuck prangende Dörflein (…) eine ungeheuer große Menschenmenge umstand das Festpodium (…) Nachdem Hochwürden Schoenemaekers die Gäste begrüßt hatte, sprach auch der Meyeroder Pfarrer Berners, ehemaliger Rektor von Oudler Grußworte (…)  Das Fest klang schließlich mit einem großen Ball im prächtig geschmückten Saal Kohnen aus (…)“